5. Sonntag der Osterzeit Nach fast zwei Jahrtausenden
christlicher Mission, Predigt, Lehre, Erziehung und Kultur: sind die Menschen
besser geworden, glücklicher, menschlicher? Ist wenigstens bei den Christen
etwas von der Kraft der Auferstehung, vom Glanz der neuen Schöpfung zu sehen?
Viele Zeitgenossen werden eher mit Nein als mit Ja antworten, und sie reden vom
anbrechenden nachchristlichen Zeitalter - als hätte das Licht Christi nur eine
Weile geleuchtet, „und die Finsternis hat es nicht erfasst“ (Joh 1, 5). Es gibt
auf die gestellte Frage keine globale Antwort. Die Antwort, die uns angeht, ist
eine Forderung: das Gebot ist immer noch neu: Liebt einander, wie ich euch
geliebt habe. Eröffnungsvers Ps
98 (97), 1-2 Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er hat wunderbare Taten vollbracht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen
der Völker. Halleluja. Tagesgebet Gott, unser Vater, du hast uns durch deinen Sohn erlöst und als deine geliebten Kinder angenommen. Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben, und schenke ihnen die wahre Freiheit und das ewige Erbe. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Zur 1. Lesung Der Apostel Paulus ist nicht als Abenteurer auf Missionsreisen gegangen.
Dem Antrieb des Geistes folgend, hat die Gemeinde von Antiochia (in Syrien)
Paulus und Barnabas ausgesandt und sie „der Gnade Gottes empfohlen“. Das Gebet
und Vertrauen der Heimatgemeinde begleitet die Missionare. So konnten diese
eine Reihe von Christengemeinden gründen. Und überall setzten sie „Älteste“
(Presbyter) ein, um in den Gemeinden den Glauben und die Ordnung zu sichern. 1. Lesung Apg 14, 21b-27 Sie berichteten der
Gemeinde, was Gott zusammen mit ihnen getan hatte Lesung aus der Apostelgeschichte 21bPaulus und Barnabas kehrten
nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück. 22Sie sprachen den Jüngern Mut
zu und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten; sie sagten: Durch viele
Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen. 23In jeder Gemeinde bestellten
sie durch Handauflegung Älteste und empfahlen sie mit Gebet und Fasten dem
Herrn, an den sie nun glaubten. 24Nachdem sie durch Pisidien
gezogen waren, kamen sie nach Pamphylien, 25verkündeten in Perge das
Wort und gingen dann nach Attalia hinab. 26Von dort fuhren sie mit dem
Schiff nach Antiochia, wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten,
der Gnade Gottes empfohlen hatte. 27Als sie dort angekommen
waren, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten alles, was Gott mit
ihnen zusammen getan und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte. Zur 2. Lesung Am Ende aller Gerichts- und Untergangsvisionen steht im Buch der
Offenbarung das Zeugnis von der Neuschaffung aller Dinge durch Gott. Die
Weltstadt Babylon, Inbegriff der taumelnden Macht und Lust einer
gottfeindlichen Welt, verstummt im Meer der Finsternis (Offb 18, 21-24). Die
Vergänglichkeit vergeht. Am Ende ist Gott allein groß. Die neue Schöpfung, das
neue Jerusalem, die Gemeinde der Geretteten, ist wie eine Braut, die in
strahlender Klarheit und Freude und in heiliger Sammlung ihrem Herrn
entgegengeht. 2. Lesung Offb 21, 1-5a Gott wird alle Tränen von
ihren Augen wischen Lesung aus der Offenbarung des Johannes 1Dann
sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die
erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. 2Ich
sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel
herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt
hat. 3Da
hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter
den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und
er, Gott, wird bei ihnen sein. 4Er
wird alle Tränen von ihren Augen abwischen : Der Tod wird nicht mehr sein,
keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. 5aEr,
der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Ruf vor dem
Evangelium Vers:
Joh 13, 34 Dies
ist mein Gebot: Liebet
einander, wie ich euch geliebt. Zum Evangelium Von einem neuen Jerusalem war in der vorausgehenden Lesung die Rede (Offb
21) und von einer Erneuerung, die von innen her, von Gott her, die ganze
Schöpfung erfasst. Im Evangelium wird das Lebensgesetz der neuen Schöpfung
genannt, das neue Gebot: Liebt einander! Jesus macht seine Jünger für die
Erneuerung der Welt mitverantwortlich. Nur durch die Christen kann die Welt
Christus erkennen: durch das, was sie sagen und was sind. Evangelium Joh 13, 31-33a.34-35 Wer in mir bleibt und in wem
ich bleibe, der bringt reiche Frucht + Aus dem heiligen Evangelium
nach Johannes 31Als
Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht,
und Gott ist in ihm verherrlicht. 32Wenn
Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er
wird ihn bald verherrlichen. 33aMeine
Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. 34Ein
neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt
auch ihr einander lieben. 35Daran
werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.
Schlussgebet Barmherziger Gott, höre unser Gebet. Du hast uns im Sakrament das Brot des Himmels gegeben, damit wir an Leib und Seele gesunden. Gib, dass wir die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen und als neue Menschen leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Messetext Sonntagsmesse
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